Was ist die beste Distribution?

Die gibt es nicht. Jede Distribution hat ihre Vor- und Nachteile. SUSE ist bekannt für ein Handbuch, das eigentlich jeder, der lesen kann versteht. Andererseits ist SUSE recht eigenwillig, weil man von vielen Gewohnheiten anderer Systeme abweicht (für Fachleute seien die Stichworte rc.config und /opt genannt). Dafür ist SUSE beim Treiber-Support in aller Regel ganz vorne – manchmal auch zu weit vorne, so dass das System nicht immer das stabilste ist.

Mittlerweile wurde dieses frühere Alleinstellungsmerkmal von SUSE von den UBUNTU Distributionen abgelöst. Diese haben eine sehr starke internationale Community und Fanbase, sind oft schneller als alle anderen Distributionen, arbeiten viel und hart am Wiki System in allen erdenklichen Sprachen und teilen ihre Ergebnisse mit vielen anderen Distributionen. Genau wie SUSE sind für UBUNTU nicht ausschließlich freiwillige Entwickler am Werk, es gibt ein mittlerweile recht starkes Team an guten, bezahlten Entwicklern, die passioniert sind und auch monetäre Beweggründe haben, die Sache voran zu treiben.

Fedora ist eine US-Entwicklung und basiert auf RedHat-Linux, welches inzwischen nicht mehr für private Endkunden angeboten wird. Dieses System verhält sich relativ “typisch” für ein Linux-System, ist aber recht US-Lastig – viel Spass mit dem dort völlig unbekannten ISDN!

debian ist ein System, dass traditionell komplett auf freiwilliger Arbeit basiert. Das System ist vor allem auf felsenfeste Stabilität ausgelegt, so dass ein debian “stable”, also die etwa alle 18 Monate erscheinende CD-Version zwar meist schon bei der Auslieferung total veraltet ist, aber eben sehr stabil ist. Das System wird dann nur noch mit weiteren Sicherheits-Updates versehen, andere Änderungen, egal wie wichtig sie einem erscheinen mögen, fließen nicht in stable ein. Aber dafür gibt es noch andere Äste: “testing” ist das System, dass jederzeit zu einer stable werden könnte. Hier fließen Programme ein, die sich als zuverläßig erwiesen haben. Auch ist testing immer in sich konsistent, es gibt also keine Pakete, die sich nicht installieren lassen. Das nächste ist “unstable”, wo ein programm landet, sobald es funktionieren sollte. Für die totalen Masochisten gibt es dann noch “experimental”, wo größere Updates landen, bevor sie in unstable landen, um auch dort kein Chaos anzurichten. Wer Pakete aus experimental nutzt, sollte dringenst wissen, was er tut – wenn man Pech hat, hilft nur noch die Platte zu formatieren, weil man vielleicht eine funktionslose Systembibliotek erwischt hat!

Knoppix ist eine auf debian unstable basierende Live-CD, die speziell darauf ausgerichtet ist, dass das System ohne größere Konfigurationsarbeit funktioniert.


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